Kommentar der starthilfe – Firmennetzwerk:
Investoren geraten in finanzielle Zwänge, weil sie etwas gekauft haben ohne zu wissen, was sie damit machen können oder wollen. Oft genug haben sie nie eine Marktanalyse machen lassen oder selbst gemacht, denn auch dazu muss man ja wissen was man will und es kostet Geld. Da die meisten Grundstücke ja nicht bezahlt sondern finanziert werden, will die Bank natürlich jeden Monat ihre Zinsen und Tilgung sehen, egal ob da ein Cent Miete verdient wird oder nicht. Der Unterschied zwischen Spekulant und Investor ist da sehr fließend. Ich möchte nicht wissen, wie oft manche Grundstücke den Besitzer gewechselt haben, bevor dann wirklich was gebaut wurde oder wird.
Ich fände einen durchgehenden öffentlichen Uferweg/Promenade auf beiden Seiten schon eine große Leistung. Und warum sollen nicht am Ende ein oder 2 Strandbars übrig bleiben und die Häuser dahinter etwas schmaler ausfallen. Es muss ja nicht Pflaster oder Beton bis zum Wasser sein wie heute auf den bereits genutzten Grundstücken.
Und kreative Zentren heißt ja nun keineswegs, dass man die öffentlich durchfüttern muss. Z.B. gibt es ja Ausgleich und Ersatz für abgehaune Bäume und versiegelte Flächen. Ich würde es sehr fortschrittlich finden, wenn z.B. dieser Fondsgedanke auf gleicher Basis funktionieren könnte. Wer also über die Berliner Traufhöhe baut oder tiefer gründet oder … der hat x % der Bausumme einzuzahlen oder x % seiner Fläche für Kunst und Kultur zu nur Betriebskosten zur Verfügung zu stellen oder irgend so etwas Kreatives. Diese Deals können in den VuE-Plänen zwischen Kommune (Baubehörde) und Bauherr ausgehandelt werden.
Dass das geht hat man bei LIDL und dem Laskerwiesenpark gesehen oder bei Metro (Sportplatz auf dem Dach). Warum soll sich nicht ein Investor, der 30 % Büros, 10 % Gastronomie und 60 % gehobenes Wohnen in seinem Palast hat, dazu verpflichten im repräsentativen Eingangsbereich regelmäßig Ausstellungsflächen für bildende Künstler zur Verfügung zu stellen (kostenfrei) oder in seinem Dachgartenrestaurant Aufführungen von Jugendgruppen zu ermöglichen. … Ich denke, die Stadt muss da ihr Erpressungspotenzial etwas kreativer nutzen und die Künstlerinitiativen (keine Einzelkünstler, das ist zu anstrengend) müssten sich in dieser Richtung ein wenig mehr bewegen so unter dem Motto: sehen was machbar gemacht werden kann.
Aber um all das zu können, muss man eben erst mal genau wissen, was bis wann von wem geplant ist und wo es Spielräume gibt.
Dr. Gerlinde Parchmann, Beraterin der starthilfe “GmdH”



