Kreativ wirtschaften in Friedrichshain-Kreuzberg

Standort Zukunft Ich habe schon einiges in der und über die nette Broschüre gelesen.
Eines fällt auf: es ist „nur“ die wissenschaftliche Dokumentation eines Zustandes. Und manche Datengrundlage ist etwas alt und mit mancher haben auch die Autoren so ihre Probleme.

- S. 32 „Die Variable des Ausländeranteils als ein Indiz für eine ungünstigere Sozialstruktur wird als problematisch angesehen.“ Die Problematik der Preise für geeignete Arbeitsräume wird auch nur festgestellt. Das entscheidende für viele Klein- und Jungunternehmer im kreativen Bereich, aber auch für ältere Kreative bei der Raumsuche ist einfach der Preis. Und wenn man sich da den Mietspiegel anschaut, kann man schon ohne hellseherische Fähigkeiten Verschiebungen ausmachen und solche die noch kommen. Wenn von größeren Verkäufen insbesondere an ausländische Gesellschaften die Rede ist oder Mieterhöhungen von Besitzern, die weit weg irgendwo in München oder Düsseldorf oder Aachen leben, kann man sich ausrechnen, wann diese Szene weg ist, weil es für sie unbezahlbar wird. Hierzu hat die Studie (S. 209) u.a. folgendes zu sagen: “Die kreativen Branchen und ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Agieren stellen jedoch für Stadtentwicklungsprozesse ein strukturelles Paradoxon dar – die Akteure sind von den Attributen und Möglichkeiten an bestimmten Standorten angezogen, tragen aber möglicherweise dann in der Summe ihrer individuellen Entscheidungen zur Zerstörung dieser Möglichkeiten bei.“

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28. Januar 2008 von admin. Dieser Eintrag wurde publiziert unter Friedrichshain, Innenpolitik, Kreuzberg, Mittendrin-in-Berlin, Spreeufer, Umbau Osthafen, kreative-spree, multikulti, upper eastside Berlin | wong it! und mit , , , , , , verschlagwortet. ♥ Bookmarke den Beitrag per Permalink. ♥ Um die Kommentare hier zu verfolgen, nutze bitte den RSS-Feed für diesen Beitrag.
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  1. Das ist so nach meiner Meinung nicht ganz richtig. Wer hier wirklich „stadtplanerisch“ im negativsten Sinne, den ich mir vorstellen kann, tätig ist – das sind die Immobilienmakler. Dazu gab es gerade einen tollen Artikel in der Berliner Zeitung (S.3 vom 18.1.08) “Das Image der Mitte”. Hier wird beschrieben, wie die letzten „störenden Elemente“ in der Strasse von „Engel und Völkers“ eliminiert werden, um die Läden zum doppelten Mietpreis an Modelabels der obersten Preisklasse zu vermieten. Die Praktiken, die dort angewendet werden, sind schon grenzwertig zur Kriminalität. Aber alles ist sauber und wasserdicht, klar doch, bei den Preisen.

    Das was denn unter Handlungsempfehlungen in der Studie steht, finde ich auch wenig phantasievoll. Wie wäre es mit einem Milieuschutz und Mietobergrenzen oder einer neuen Definition von „kreativem Mischgebiet“. D.h. es dürfen nur x % Handel (ausgenommen Verkauf von selbst hergestellten Waren im eigenen Laden), y % Hotel/Gastronomie und z % Büronutzung im gewachsenen Altbaubestand zugelassen werden. Bei Neubauten ist mit Umsicht entsprechend der gewachsenen Struktur des Gebietes vorzugehen. Sicher kostet das Geld, aber es wäre eine Wirtschaftsfördermaßnahme, die sich lohnt. Es ist doch schade, dass in der Förderperiode so manches wächst und gedeiht und dann ist Schluss und wer noch nicht lange genug dabei ist, hat Pech. Nachhaltigkeit wird gewünscht. Aber es wäre schön, wenn diese nicht nur von den Projekten und Gründern gefordert würde, sondern die Rahmenbedingungen es auch würden. Sicher braucht es dazu auch Phantasie, die kreativen haben sie, vielleicht sollte man sie dazu mal befragen …

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