DSL-Ratgeber

Wege durch den Provider-Dschungel: DSL-Flatrate, Bandbreiten, Service-Pannen:
worauf es bei der Entscheidung für den richtigen DSL-Anschluss ankommt und warum ein Providerwechsel problematisch sein kann.

Wer einen neuen Telekommunikationsanschluss sucht, hat die Qual der Wahl: Noch nie war der Markt so unübersichtlich wie heute. Die Preise für Telefon- und DSL-Anschlüsse fallen zwar seit Jahren, doch die Provider wollen weiterhin ihre Geschäfte machen.

Der Trend geht derzeit zu Komplett-Paketen, die neben dem Telefon- und DSL-Anschluss viele Zugaben enthalten – etwa Internet-Fernsehen, eine Handy-Flatrate oder Entertainment-Pakete. Oft braucht der Kunde diese Angebote gar nicht, muss aber dennoch dafür bezahlen. Zugleich wird es immer schwieriger, das günstigste Angebot zu finden.

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Bedarf prüfen: Telefon, Bandbreite, Flatrate

  • Da die Provider eine Vielzahl von Tarifpaketen anbieten, sollte man die Angebote vor Vertragsabschluss genau unter die Lupe nehmen. Tarifrechner helfen inzwischen kaum noch weiter, da sie die komplexen Angebote nur schlecht miteinander vergleichen können.

Draufzahlen bei der Flatrate

  • Besser ist es, sich die Telefonrechnungen der vergangenen Monate genau anzuschauen und den eigenen Bedarf zu überschlagen. Die meisten Menschen überschätzen ihr Telefonierverhalten gern und zahlen daher mit einer Telefon-Flatrate drauf. In der Regel sind mit der Flatrate auch Gespräche etwa ins Ausland oder in fremde Mobilfunknetze nicht mit abgedeckt.
  • Eine DSL-Flatrate hingegen lohnt sich eigentlich immer. Begrenzte Zeit- oder Transfervolumen sind schnell ausgereizt, und wer nicht genau aufpasst, dem flattert mit der nächsten Rechnung eine böse Überraschung ins Haus. Und sollte der WLAN-Router nicht sicher durch ein Passwort geschützt sein, geht es nicht nur um den eigenen Verbrauch.

Bandbreite ist nicht alles

  • Doch die versprochenen DSL-Geschwindigkeiten werden in vielen Fällen nicht eingehalten. Das hat vor allem technische Gründe: Je länger die Leitung ist, desto geringer ist die erzielbare Datenübertragungsrate. Allerdings merkt der Kunde das meist erst, wenn er große Datenmengen herunterlädt oder sich Filme im Internet ansieht. Für Surfen durchs Netz oder für Spiele reichen normale Bandbreiten hingegen vollkommen aus.
  • Dabei gilt in der Regel: Ein Kündigungsgrund sind langsamere Datenleitungen nicht, die Anbieter sichern sich diesbezüglich in ihren Geschäftsbedingungen oder Produktbeschreibungen ab.

Voice-over-IP: Verträge mit Internet-Telefonie

  • Wer zu einem Konkurrenten der Telekom wechselt, bekommt eventuell mit seinem DSL-Paket einen sogenannten Voice-over-IP-Anschluss (VoIP). Durch diese Gespräche übers Internet kann jedoch unter Umständen die Qualität beim Telefonieren leiden. Und nicht nur das: es ist sehr gut möglich, dass das Faxgerät bei dieser Art von Anschlüssen streikt. Ein Rücktrittsgrund ist das jedoch noch lange nicht, die Anbieter haben sich in dieser Hinsicht gut abgesichert.

DSL-Pakete ohne normale Telefonleitung

  • Da die Provider in solchen Fällen oft keine Auskunft über die Art des Telefonanschlusses geben, lohnt es sich, die Leistungsbeschreibung genau durchzulesen. Ist etwa von Sprachanschluss statt ISDN die Rede, handelt es sich möglicherweise um einen VoIP-Anschluss. Manche Provider, zum Beispiel QSC, bieten sogar nur noch VoIP-Anschlüsse anstatt einer normalen Telefonleitung an.

Anbieter wählen: Kosten, Vertragslaufzeit, Service

  • Zwar sind die finanziellen Unterschiede zwischen den Providern inzwischen nicht mehr allzu groß. Wer sich falsch entscheidet, zahlt jedoch bis zu 15 Prozent drauf. Da die Preise immer weiter sinken, sind zudem die Vertragslaufzeiten entscheidend. Wer sich jahrelang fest bindet, zahlt auf Dauer zu viel. Besser ist eine monatliche Kündigungsfrist, die jedoch nur von wenigen Anbietern wie zum Beispiel Alice (Hansenet) offeriert wird.

Wechsel in neue Tarife

  • Wer schon länger beim gleichen Provider ist, sollte unbedingt auf neue Angebote achten und sie nach Möglichkeit auch für sich in Anspruch nehmen. Ob der Provider einen günstigeren Preis einräumt, ist allerdings eine Frage der Kulanz, und in der Regel beginnt dann auch die Mindestvertragslaufzeit von vorn. Bestandskunden werden also meist schlechter gestellt als Neukunden.
  • Anbieter von Paketen mit kurzen Laufzeiten bieten ihren Kunden oft den kostenlosen Umstieg auf neue Angebote an – weil sie sonst befürchten müssen, dass der Kunde einfach kündigt. Allerdings verstecken sie die Hinweise auf die Umstiegsmöglichkeiten so gut es geht: Nur wer nachfragt oder auf der Website des Providers nachforscht, wird in der Regel fündig.

WLAN-Router als Werbeargument

  • Je nach Anbieter und Vertragslaufzeit kann der Kunde auch in den Genuß von aktueller Hardware kommen. So locken vor allem Pakete mit mehrjähriger Bindung oft mit kostenlosen oder sehr günstigen WLAN-Routern der aktuellen Generation, die im Handel weit über 100 Euro kosten können. Wer an die Anschaffung eines solchen Gerätes denkt, kann auf diesem Weg durchaus ein Schnäppchen machen: Der gesparte Kaufpreis reduziert rechnerisch die Gesamtkosten des Zweijahresvertrages – und kann diesen damit durchaus zu einer Alternative zu einem Angebot mit flexiblerer Kündigungsfrist machen. Diese bieten nämlich meist nur weniger attraktive Geräte als Leihgabe an, die nach Ablauf des Vertrags zurückgegeben werden müssen.

Problemfall: Wenn nach dem Providerwechsel nichts mehr geht

  • Wer derzeit den Anbieter wechselt, geht das Risiko ein, dass über Wochen gar nichts mehr geht. Probleme treten vor allem dann auf, wenn ein Kunde von Telekom-Konkurrent zu Telekom-Konkurrent wechselt. Die Umschaltung sollte nach zwei bis drei Wochen vonstatten gegangen sein, danach muss mit einem längeren Ausfall des DSL-Anschlusses gerechnet werden.

Rechtsstreit als letzte Konsequenz

  • Wenn ein zugesagter Termin erfolglos verstrichen ist, sollten die betroffenen Kunden ihrem Provider per Einschreiben mit Rückschein eine Frist von drei Wochen setzen und mit dem Wechsel zu einem anderen Anbieter drohen. Sie müssen allerdings auch damit rechnen, dass ihnen die Kündigung verweigert wird und der Fall in letzter Konsequenz in einen Rechtsstreit mündet. Denn manche Provider geben selbst bei Kleinstbeträgen nicht nach.

Bei der Wahl des Anbieters sollte man zudem auf den Service achten. Wenn die Kunden-Hotline nicht kostenlos ist, wird aus dem billigen Schnäppchen schnell ein teures Angebot. Unser Tipp: ein Fachhändler kennt die Vor- und Nachteile der Anbieter aus Erfahrung und kann bis zur Realisierung der Umstellung Ihres Anschlusses sehr hilfreich sein. Da alle Provider dafür eine Vermittlungsprovision auszahlen, bleibt die persönliche Beratung für Sie immer kostenlos.

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